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  1. Es kann sein, dass ein fremder Mönch von weither kommt und als Gast im Kloster bleiben möchte. 
  2. Wenn er mit der Lebensweise, die er dort antrifft, zufrieden ist und nicht etwa durch übertriebene Ansprüche Verwirrung ins Kloster bringt, 
  3. sondern sich ohne Umstände mit dem was er vorfindet, begnügt, nehme man ihn auf, und er bleibe, solange er will. 
  4. Sollte er in Demut und Liebe eine begründete Kritik äußern oder auf etwas aufmerksam machen, so erwäge der Abt klug, ob ihn der Herr nicht vielleicht gerade deshalb geschickt hat. 
  5. Will er sich aber zur Beständigkeit verpflichten, weise man einen solchen Wunsch nicht zurück; man konnte ja seine Lebensführung kennenlernen, solange er Gast war. 
  6. Erweist er sich aber in der Zeit seines Aufenthaltes als anspruchsvoll und mit vielen Fehlern behaftet, muß man ihm nicht nur die Aufnahme in die klösterliche Gemeinschaft verweigern, 
  7. sondern man sage ihm zudem höflich, er solle gehen, damit nicht durch seinen beklagenswerten Zustand auch noch andere verdorben werden. 
  8. Verdient er es jedoch nicht, weggeschickt zu werden, nehme man ihn nicht erst auf seine eigene Bitte hin als Glied der Gemeinschaft auf, 
  9. sondern lege ihm das Bleiben sogar nahe, damit andere von seinem Beispiel lernen. 
  10. Wir dienen doch überall dem einen Herrn und kämpfen für den einen König. 
  11. Hat der Abt einen solchen Mönch als vorbildlich erkannt, darf er ihm einen etwas höheren Platz zuweisen. 
  12. Kommt der Abt bei Priestern und Klerikern, wie schon gesagt wurde, zu einem ähnlichen Urteil, darf er nicht nur einen Mönch, sondern auch sie an einen höheren Platz stellen, als es ihrem Eintritt entspricht. 
  13. Der Abt hüte sich aber, jemals einen Mönch aus einem anderen bekannten Kloster ohne Einwilligung oder Empfehlungsschreiben seines Abtes in sein Kloster aufzunehmen, 
  14. steht doch geschrieben: "Was du selbst nicht erleiden willst, das tu auch keinem anderen an!"
  1. Si quis monachus peregrinus de longinquis provinciis supervenerit, si pro hospite voluerit habitare in monasterio
  2. et contentus est consuetudinem loci quam invenerit, et non forte superfluitate sua perturbat monasterium,
  3. sed simpliciter contentus est quod invenerit, suscipiatur quanto tempore cupit.
  4. Si qua sane rationabiliter et cum humilitate caritatis reprehendit aut ostendit, tractet abbas prudenter ne forte pro hoc ipsud eum Dominus direxerit.
  5. Si vero postea voluerit stabilitatem suam firmare, non renuatur talis voluntas, et maxime quia tempore hospitalitatis potuit eius vita dinosci. 
  6. Quod si superfluus aut vitiosus inventus fuerit tempore hospitalitatis, non solum non debet sociari corpori monasterii, 
  7. verum etiam dicatur ei honeste ut discedat, ne eius miseria etiam alii vitientur. 
  8. Quod si non fuerit talis qui mereatur proici, non solum si petierit suscipiatur congregationi sociandus, 
  9. verum etiam suadeatur ut stet, ut eius exemplo alii erudiantur, 
  10. et quia in omni loco uni Domino servitur, uni regi militatur. 
  11. Quem si etiam talem esse perspexerit abbas, liceat eum in superiori aliquantum constituere loco. 
  12. Non solum autem monachum, sed etiam de suprascriptis gradibus sacerdotum vel clericorum stabilire potest abbas in maiori quam ingrediuntur loco, si eorum talem perspexerit esse vitam.
  13. Caveat autem abbas ne aliquando de alio noto monasterio monachum ad habitandum suscipiat sine consensu abbatis eius aut litteras commendaticias, 
  14. quia scriptum est: Quod tibi non vis fieri, alio ne feceris.