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(II,16,1) Damals wurde ein Kleriker der Kirche von Aquino von einem bösen Geist gequält. Der ehrwürdige Constantius, der Bischof dieser Kirche, hatte ihn schon zu den Grabstätten vieler Märtyrer geschickt, damit er dort Heilung finde. Die heiligen Märtyrer wollten ihm aber die Gesundheit nicht schenken; es sollte deutlich werden, welch große Gnadengabe Benedikt besaß.

Man brachte den Mann also zu Benedikt, dem Diener des allmächtigen Gottes. Dieser flehte zum Herrn Jesus Christus, und auf der Stelle trieb er den Alten Feind aus dem Besessenen aus. Den Geheilten aber wies er an: »Geh und iss von nun an kein Fleisch mehr! Untersteh dich, jemals nach einer heiligen Weihe zu streben! Solltest du aber eines Tages so vermessen sein und es trotzdem wagen, dich weihen zu lassen, wirst du auf der Stelle wieder der Gewalt des Teufels verfallen!«

(II,16,2) Der Kleriker ging gesund nach Hause. Zunächst befolgte er alles, was ihm der Mann Gottes aufgetragen hatte; denn eine gerade angedrohte Strafe versetzt den Menschen in Schrecken.

Im Lauf der Jahre starben nun alle älteren Kleriker, und er musste mit ansehen, dass Jüngere durch die Erteilung der heiligen Weihen einen höheren Rang erhielten als er. Da achtete er nicht mehr auf das, was ihm der Mann Gottes einst gesagt hatte. Als hätte er es nach so langer Zeit vergessen, bewarb er sich um die heilige Weihe. Sogleich ergriff ihn der Teufel wieder, der ihn verlassen hatte, und peinigte ihn so lange, bis er starb.