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  1. Die Kleidung, welche die Brüder erhalten, soll der Lage und dem Klima ihres Wohnortes entsprechen; 
  2. denn in kalten Gegenden braucht man mehr, in warmen weniger. 
  3. Darauf zu achten ist Aufgabe des Abtes. 
  4. Unserer Meinung nach genügen in Gegenden mit gemäßigtem Klima für jeden Mönch Kukulle und Tunika, 
  5. die Kukulle im Winter wollig, im Sommer leicht oder abgetragen, 
  6. für die Arbeit ein Überwurf und als Fußbekleidung Socken und Schuhe.
  7. Über Farbe oder groben Stoff dieser Kleidungsstücke sollen sich die Mönche nicht beschweren; man nehme alles so, wie es sich in der Gegend, wo sie wohnen, findet, oder was man billiger kaufen kann. 
  8. Der Abt sorge aber für das rechte Maß, dass die Kleider nicht zu kurz sind, sondern denen, die sie tragen, passen. 
  9. Bekommen sie etwas Neues, geben sie das Alte immer gleich ab; es wird in der Kleiderkammer für die Armen aufbewahrt. 
  10. Für einen Mönch genügen zwei Tuniken und zwei Kukullen; so kann er zur Nacht und zum Waschen die Kleider wechseln. 
  11. Was darüber hinausgeht, ist überflüssig und muss entfernt werden. 
  12. Ebenso gibt man die Socken und alles Abgetragene ab, wenn man Neues bekommt.
  13. Wer auf Reisen geschickt wird, erhält Hosen aus der Kleiderkammer; nach der Rückkehr gibt er sie gewaschen wieder ab. 
  14. Kukulle und Tunika, die er für die Reise aus der Kleiderkammer erhält und nach der Rückkehr zurückzugeben hat, seien ein wenig besser, als man sie für gewöhnlich trägt.
  15. Als Bettzeug genügen Matte, Tuch, Decke und Kopfkissen. 
  16. Der Abt durchsuche häufig die Betten, ob sich dort nicht Eigenbesitz finde. 
  17. Wenn sich bei einem etwas findet, das er nicht vom Abt bekommen hat, treffe ihn strengste Strafe. 
  18. Um dieses Laster des Eigenbesitzes mit der Wurzel auszurotten, muss der Abt alles Notwendige geben: 
  19. Kukulle, Tunika, Socken, Schuhe, Gürtel, Messer, Griffel, Nadel, Tuch, Schreibtafel; so kann sich keiner damit entschuldigen, es habe ihm etwas Notwendiges gefehlt.
  20. Der Abt erwäge aber immer jenen Satz der Apostelgeschichte: "Jedem wurde so viel zugeteilt, wie er nötig hatte." 
  21. So berücksichtige der Abt die Schwäche der Bedürftigen, nicht die Missgunst der Neider. 
  22. Doch bei allen Entscheidungen denke er an die Vergeltung Gottes.
  1. Vestimenta fratribus secundum locorum qualitatem ubi habitant vel aerum temperiem dentur, 
  2. quia in frigidis regionibus amplius indigetur, in calidis vero minus.
  3. Haec ergo consideratio penes abbatem est. 
  4. Nos tamen mediocribus locis sufficere credimus monachis per singulos cucullam et tunicam – 
  5. cucullam in hieme villosam, in aestate puram aut vetustam – 
  6. et scapulare propter opera, indumenta pedum pedules et caligas.
  7. De quarum rerum omnium colore aut grossitudine non causentur monachi, sed quales inveniri possunt in provincia qua degunt aut quod vilius comparari possit.
  8. Abbas autem de mensura provideat ut non sint curta ipsa vestimenta utentibus ea, sed mensurata.
  9. Accipientes nova, vetera semper reddant in praesenti reponenda in vestiario propter pauperes. 
  10. Sufficit enim monacho duas tunicas et duas cucullas habere propter noctes et propter lavare ipsas res; 
  11. iam quod supra fuerit superfluum est, amputari debet.
  12. Et pedules et quodcumque est vetere reddant dum accipiunt novum.
  13. Femoralia hi qui in via diriguntur de vestario accipiant, quae revertentes lota ibi restituant. 
  14. Et cucullae et tunicae sint aliquanto a solito quas habent modice meliores; quas exeuntes in via accipiant de vestiario et revertentes restituant.
  15. Stramenta autem lectorum sufficiant matta, sagum et lena, et capitale.
  16. Quae tamen lecta frequenter ab abbate scrutinanda sunt propter opus peculiare, ne inveniatur; 
  17. et si cui inventum fuerit quod ab abbate non accepit, gravissimae disciplinae subiaceat.
  18. Et ut hoc vitium peculiaris radicitus amputetur, dentur ab abbate omnia quae sunt necessaria, 
  19. id est cuculla, tunica, pedules, caligas, bracile, cultellum, graphium, acum, mappula, tabulas, ut omnis auferatur necessitatis excusatio.
  20. A quo tamen abbate semper consideretur illa sententia Actuum Apostolorum, quia dabatur singulis prout cuique opus erat. 
  21. Ita ergo et abbas consideret infirmitates indigentium, non malum voluntatem invidentium; 
  22. in omnibus tamen iudiciis suis Dei retributionem cogitet.